Prag entdecken
Prag ist eine der wenigen europäischen Städte, die im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde. Das merkt man. Die Altstadt sieht aus wie aus dem Mittelalter. Das ist kein Bühnenbild — die Häuser stehen seit dem 14. und 15. Jahrhundert.
Altstadt und Touristenstrom: Wie man damit umgeht
Der Altstädter Ring mit der Astronomischen Uhr ist der Treffpunkt aller Touristen Prags. Jeden vollen Stunde stellt sich eine Gruppe von Reisenden vor die Uhr und filmt, wie kleine Figuren aus Fenstern treten. Die Uhr selbst stammt aus dem Jahr 1410 und zeigt gleichzeitig Prager Zeit, Babylonische Zeit und den Stand von Sonne und Mond. Schau kurz hin, dann geh in die Seitenstraßen.
Die Josefstadt (jüdisches Viertel) und die Kleinseitner Gassen (Malá Strana) sind hundert Meter von den Touristenströmen entfernt und fast leer.
Karlsbrücke um 6 Uhr morgens
Das ist kein Klischee-Tipp — es stimmt wirklich. Tagsüber ist die Karlsbrücke so voll, dass man kaum stehen kann. Früh morgens gehört sie dir: Nebel über der Moldau, leere Brücke, Heiligenstatuen in Stille. Dann zurückgehen, frühstücken, und die Innenstadt ist zwei Stunden später wieder voll.
Die Burg und was man dort macht
Pražský hrad, die Prager Burg, ist der flächengrößte Burgkomplex der Welt — 70.000 Quadratmeter. Das klingt nach einem langen Tag. Praxis: Den Veitsdom anschauen (der Turm kostet Eintritt, der Dom ist teilweise kostenlos), durch die Goldene Gasse laufen (Kafka wohnte kurz in Nummer 22), von der Rampe auf die Stadt schauen. Das reicht für zwei bis drei Stunden.
Eintritt für den kombinierten Burgbesuch: 250 Tschechische Kronen (ca. 10 Euro).
Bier: Was man weiß und was nicht
Tschechien hat den höchsten Bierkonsum pro Kopf der Welt. Das hat Gründe. Ein halber Liter Pilsner Urquell oder Kozel in einer normalen Kneipe kostet 35 bis 55 Kronen — das sind 1,40 bis 2,20 Euro. In Touristenlokalen am Altstädter Ring kostet dasselbe Bier das Dreifache.
U Fleků, eine Brauerei seit 1499 mitten in der Stadt, ist touristisch aber trotzdem echt — das dunkle Bier wird seit Jahrhunderten dort gebraut, 59 Kronen das halbe Liter. Svíčková (Rinderbraten mit Sahnesoße und Knödeln) als Hauptgericht: 179 bis 250 Kronen.
Was überrascht
Die Prager sind direkter als man erwartet. Service in Restaurants ist manchmal kühl — das ist keine Unhöflichkeit, das ist Stil. Trinkgeld ist willkommen aber nicht selbstverständlich, 10 Prozent ist üppig. Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert, Kronen besser am Geldautomaten abheben statt am Wechselstuben-Kiosk (mieser Kurs).
Highlights
✦ Prager Burg
✦ Karlsbrücke
✦ Altstädter Ring
✦ Veitsdom
✦ Goldenes Gässchen
✦ Josefstadt
✦ Moldau-Blick