Barcelona entdecken
Drei Tage Barcelona reichen nicht. Das merkt man spätestens am letzten Abend, wenn man noch halb die Altstadt erkunden wollte und stattdessen in einer Bar in El Born sitzt und Vermouth trinkt. So ist das hier.
Was du wirklich gesehen haben solltest
Die Sagrada Família kennt jeder. Aber die meisten Besucher sehen sie falsch: Sie stehen kurz davor, machen ein Foto und gehen weiter. Dabei passiert das Beste drinnen — wenn das Licht durch die Buntglasfenster fällt und die Wände orange und blau leuchten. Tickets kosten zwischen 26 und 36 Euro je nach Kombi, Turmbesteigung lohnt sich dazu. Buche für 9 Uhr morgens: Das Licht ist besser, und du bist fast allein.
Park Güell ist auf den ersten Blick touristisch überlaufen — weil er es ist. Den kostenpflichtigen Kernbereich (10 Euro) kann man sich sparen, wenn man einfach um den Park herumspaziert und von der Treppe aus schaut. Der Blick auf die Stadt ist von außen genauso gut.
Las Ramblas, aber richtig
Las Ramblas ist unvermeidlich, aber geh nicht abends mit der Geldbörse in der Gesäßtasche dort entlang. Die Straße lebt vom Kontrast: Tagsüber Blumenverkäufer, Touristen und Straßenmusiker, nachts eine andere Geschichte. Den Boqueria-Markt direkt daneben besuchen, aber essen tue das nicht an den vorderen Ständen — die sind für Touristen. Geh nach hinten links, dort sitzen die Einheimischen.
Das gotische Viertel dahinter ist dagegen ehrlicher. Carrer del Bisbe, Plaça de Sant Felip Neri, die kleine Kirche Santa Maria del Pi — hier läuft man einfach und schaut.
Wo echte Barcelonesen wohnen
Gràcia ist der Stadtteil, den Urlauber oft verpassen. Kein einziger großer Touristenmagnet, dafür kleine Plätze (Plaça del Sol, Plaça de la Vila de Gràcia), lokale Bars und Restaurants ohne englische Speisekarten an der Tür. La Pepita auf dem Carrer de Còrsega: Bocadillos ab 4 Euro, die Schlange ist morgens lang aber kurz.
Barceloneta-Strand im August: überfüllt, laut, Taschendiebe. Im Mai oder Oktober dagegen: angenehm warm, 20 Grad Wasser, du findest einen Platz. Das ist der Unterschied von zwei Monaten.
Was man essen muss und was nicht
Paella am Hafen ist meistens eine Touristenfalle. Echte Paella kommt aus Valencia, und was in den Strandrestaurants am Port Olímpic serviert wird, ist oft tiefgekühlte Massenware für 18 Euro. Stattdessen: Pa amb tomàquet (Brot, Tomate, Olivenöl) für 2 Euro in jeder Bar der Innenstadt. Patatas Bravas überall. Oder Fideuà, das ist die katalanische Nudel-Variante der Paella — weniger bekannt, oft besser.
Mercado de Santa Caterina in El Born ist ruhiger als die Boqueria und hat bessere Qualität. Kaum Touristen.
Praktisches, das wirklich hilft
Metro-Ticket T-Casual (10 Fahrten, 11,35 Euro) reicht für drei bis vier Tage. Taxen sind günstig, Uber auch. Mietwagen brauchst du nicht. Das Wetter: April bis Juni und September bis Oktober sind die besten Monate. Im Juli und August ist es heiß, voll und teuer. Nicht alle Hotels in der Altstadt sind gut gelegen — prüfe, ob du nah am Boqueria oder eher am Barceloneta schläfst, das macht einen Unterschied.
Highlights
✦ Sagrada Família
✦ Park Güell
✦ Barceloneta-Strand
✦ Gotisches Viertel
✦ La Boqueria Markt
✦ El Born Viertel