Paris entdecken
Paris ist eine Erwartungsmanagement-Aufgabe. Die Stadt hält ihr Versprechen — aber anders als man denkt. Der Eiffelturm ist tagsüber ein Metallfachwerk. Abends, wenn er jede Stunde für fünf Minuten glitzert, ist er etwas Besonderes. Der Unterschied liegt darin, wann man schaut.
Eiffelturm: Was man wissen sollte, bevor man ansteht
Tickets online kaufen — bis zu 60 Tage im Voraus. Wer das vergisst, steht zwei bis drei Stunden an. Die zweite Etage (57 Meter) ist touristisch vollständig ausreichend. Die Spitze (276 Meter) kostet mehr, bietet kaum bessere Aussicht und hat längere Warteschlangen. Das Trocadéro-Becken gegenüber ist der bessere Aussichtspunkt zum Fotografieren — gratis, immer zugänglich, bester Blick.
Glitzershow: täglich um 21, 22, 23 Uhr (und in den Sommermonaten auch um Mitternacht), je fünf Minuten. Auf dem Champ-de-Mars auf der Wiese sitzen und warten lohnt sich.
Louvre: Strategie hilft
Der Louvre ist zu groß, um ihn an einem Tag zu sehen. Niemand sollte das versuchen. Wähle stattdessen zwei oder drei Bereiche: Mona Lisa und die Venus von Milo (erstes Untergeschoss, Flügel Denon), danach die ägyptische Sammlung oder die Galerie Apollon mit den Kronjuwelen. Zwei bis drei Stunden, nicht mehr.
Eintritt: 22 Euro. Unter 18 Jahren kostenlos. Am ersten Freitagnachmittag des Monats kostenlos für unter 26 Jahre. Online buchen.
Musée d'Orsay: Das unterschätzte Museum
Während alle in den Louvre rennen, ist das Musée d'Orsay ruhiger — und zeigt die besseren Bilder, wenn man Impressionismus mag. Monet, Renoir, Degas, van Gogh, Cézanne. Alles in einem ehemaligen Bahnhof aus dem Jahr 1900. Die Uhr an der Fensterfront ist das bekannteste Motiv, aber der Saal 29 mit Monets Seerosenbildern ist der Grund zum Kommen. 16 Euro Eintritt.
Montmartre ohne Klischee
Montmartre ist touristisch und lebendig gleichzeitig. Die Sacré-Cœur ist vom Vorplatz spektakulär, innen unspektakulär. Den Place du Tertre (Portraitmaler) kurz anschauen und weitergehen. Dafür: die Weinberge hinter der Kirche (einer der letzten Weinberge in Paris), die Rue Lepic mit dem Markt und das Café des Deux Moulins, wo "Amélie" gedreht wurde.
Tipp: Den Hügel von der Rückseite hochgehen (von der Metrostation Lamarck-Caulaincourt), nicht von vorne. Weniger Trubel, bessere Gassen.
Essen: Was wirklich stimmt
Café-Crème morgens an der Zinkbar: ca. 2,50 Euro. Croissant dazu: 1,20 Euro. Das ist das beste Frühstück in Paris und kostet weniger als eine Schachtel Müsli zu Hause. Mittagessen: Formule (Vorspeise + Hauptgericht oder Hauptgericht + Dessert) in einem Bistro außerhalb der Touristenzonen für 14 bis 18 Euro. Boulangerie für Baguette: 1,10 bis 1,20 Euro, gesetzlich gedeckelt.
Highlights
✦ Eiffelturm
✦ Louvre
✦ Notre-Dame
✦ Champs-Élysées
✦ Montmartre
✦ Marais-Viertel
✦ Musée d'Orsay